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Der Photograph R.C. Hörsch begann seine Karriere als Photograph in der Mode- und Kosmetikbranche, bis er seinen Schwerpunkt auf die erotische Photographie verlagerte, welche er auf seiner Webseite „eroto.com“, in zwei Büchern und Austellungen in Las Vegas und Los Angeles veröffentlichte. Die Webseite zeigt einen Querschnitt seines Werkes von normaler Aktphotographie, pornographischen Bildern, zu Sadomasochismus, bis zu einer Photoserie von heroinabhängigen Frauen. Bei vielen Photographien ist die Bildidee sehr konkret und körperlich umgesetzt, was auf einen sehr nahen Umgang mit seinen Modellen schließen lässt und auf seine Biographie verweist. Erfahrungen in der Sexindustrie sammelte Hörsch ab Ende der 60er Jahre, als er begann Pornofilme auf 35 mm zu realisieren und gleichzeitig als Double für männliche Pornodarsteller in über hundert Filmen und 8 mm-Loops mitwirkte. Seit 1993 arbeitete er für Candida Royalle’s Femme-Produktion und realisierte zunächst eine Serie von erotischen Dokumentarfilmen wie “Lovers: An Intimate Portrait” und arbeitete dann an einer Dokumentation über den Pornostar Nina Hartley und über den us-amerikanischen Pro-Sex-Feminismus.
Bloggersphäre
Charakteristisch für Blogs, bzw, Weblogs ist es, das durch einfache Content-Managment-Systeme das Publizieren im Internet auch Usern ermöglicht wird, die keine oder nur geringe Kenntnisse über Programmierung und Webdesign besitzen. Die Einträge, Postings genannt, sind der Hauptbestandteil jedes Blogs, die umgekehrt chronologisch sortiert werden. Die aktuellen Beiträge sind oben bei der Titelzeile des Blogs, ältere Beiträge werden darunter bzw. in Archiv-Seiten aufgelistet.Die ersten Blogs tauchten um die Mitte der 1990er Jahre auf und stellten eine Mischung aus Informationen und Bildern aus dem Internet, auf die Blogger aufmerksam machen wollten, Kommentaren, längeren Artikeln und Tagebucheinträgen dar. Es folgten bald Internet-Services wie Xanga, Weblogs.com und Blo.gs, die dem User über ein Webformular mit einfachen Bedienungselementen die komplikationslose Publikation eines Blogs ermöglichten. Ende der 90er Jahre setzte dann der immer noch anhaltende Boom ein. Die US-Blog-Suchmaschine „Technorati“ verzeichnete 2005 in ihrer Datenbank 13,6 Millionen Blogs und Mitte Januar 2006 bereits 25 Millionen und 2 Milliarden indexiert Links. Täglich sollen nach Angaben der Firma ca.70.000 neue Blogs hinzukommen. Eine frühe „Erfolgsgeschichte“ bot das „Stile Projekt“. Die Webseite „Stile Project“ existiert seit 1999 und ist aus dem Blog eines jungen Kanadiers hervorgegangen, der unter dem Pseudonym „Jay Stile“ täglich schrieb und Merkwürdigkeiten aus dem Internet sammelte und vorstellte. Durch den vorgetäuschten Selbstmord des Webmasters vor einer Live-Cam gewann die Seite enorm an Popularität und bekam 2000 den „Webby Award“ für die beste „Weird Site“. Stile Project entwickelte sich zu einem Netzwerk von Gegenkultur, aktuellen Informationen, Foren und Amateurpornographie mit einem großen Angebot an sogenannten „funny, sex and shock content“. Im Laufe der Jahre entwickelte sich „Stile Project“ allerdings immer mehr in Richtung eines kommerziellen Web-Portals für Pornographie während die anderen Inhalte rückläufig waren.
Ein Grossteil der hochfrequentierten Sexblogs erzielen ihre Popularität durch ihre visuelle Struktur. Die Blogger verbringen ihrerseits viel Zeit im Internet und sind mit der Netzkultur vertraut. Wenn sie auf interessantes Material stoßen – dies kann ein einzelnes Bild, eine Information, ein kultureller Event oder eine Webseite sein – wird in der Regel mit einem Bild und einem kurzen Text im eigenen Blog darauf hingewiesen und ein weiterführender Link angeboten. Entweder dominieren die angebotenen Bilder und die inzwischen immer häufiger eingebundenen Videostreams oder das Verhältnis zwischen Text und Bild ist ausgeglichen, ein Aufbau, der der visuellen Konsumption entgegenkommt. Blogger mit qualitativen Ansprüchen suchen nach Photos und Graphiken, die sich aus der Bilderflut des Internets hervorheben, zb. Erotika oder Artporn von Künstlern, historisches oder schräges Material, welches einen komischen Moment in sich trägt (z.b.somethingawful.com/horrorsofporn/ ). Weitergehend bietet jeder dieser Blogs eine umfangreiche Linkliste an um auf diese Weise ein „Netzknoten“ zu werden – ein Ausgangspunkt, an dem die User ihre Click-Reisen beginnen und zu dem sie wieder zurückkehren. Zu den bekanntesten Blogs dieser Kategorie zählen u.a. fleshbot.com, sexblo.gs/, altporn.net und erosblog.com. Es gibt zu jeder Nische und vielen speziellen Themen (Spanking, BDSM, Vintage, Pornostars etc.) separate Blogs die mittlerweile über Verzeichnisse wie adultblogdirectory.com gelistet werden.
Die ursprüngliche Form des textbasierten Weblogs ist natürlich weiterhin präsent und erfreut sich je nach der Qualität der Information des persönlichen Schreibstils und Standpunktes auch großer Beliebtheit. So z.b. puckerup.com/blog, der persönliche Blog von Tristan Taormino einer Kolumnistin, Sextherapeutin und Autorin von Büchern wie “The Ultimate Guide to Anal Sex for Women” oder der Blog susiebright.com der gleichnamigen kalifornischen Sex-Pro-Aktivistin und Kolumnistin, die wöchentlich die Audio-Show “In Bed With Susie Bright” produziert. Ein weiterer informativer Blog ist dazereader.com, der umfangreiche Linklisten und Informationen zur Sexindustrie anbietet.
Bound, Not Gagged und sex-work.org sind Blogs, bzw. Projekte von Frauen die als Sexarbeiterinnen tätig sind und somit einen anderen „point of view“ vertreten als viele der auf männliche User ausgerichteten Sexblogs. Beide bieten ebenfalls Linklisten, bzw. Querverweise zu thematisch ähnlich ausgerichteten Blogs und Webseiten. Zwei weitere populäre und mit Awardnominierung bedachte Sexblogs von Frauen sind 6 zu einer jeweiligen Buchveröffentlichung: Belle de Jour’s The Intimate Adventures of a London Call Girl (2005) und einer Folgepublikation ein Jahr später, sowie Girl with a One Track Mind: Confessions of the Seductress Next Door (2006) von Zoe Margolis unter dem Pseudonym Abby Lee.
Blogs können nicht nur eine Alternative zur Mainstreampresse darstellen, sondern sind auch ein wichtiger Träger der Netzkultur im WWW. Viele der Blogs sind durch die Linkage, Trackbacks und gegenseitiges Posten miteinander vernetzt. Außergewöhnliche Ereignisse innerhalb oder außerhalb des Internets können sich als Informationsstring innerhalb der Bloggersphäre so subsummieren, das das Resultat sich beispielsweise in einer politisch wirksamen Internetkampagne, einem überproportional steigenden Traffic oder als Nachhall in den regulären Medien manifestiert. Außerdem führt die übliche Open-Source-Blog-Software Verzeichnissen wie von Weblogs.com oder Blo.gs die aktualisierten Tags von Artikeleinträgen und neuen Blogs zu. Diese Aufstellungen dienen dann Blog-Suchmaschinen wie Technorati und Feedster als Trigger für eine inhaltliche Indizierung, die damit Informationen weitaus schneller ins Internet bringen als die herkömmlichen Suchmaschinen. Genau aus diesem Grund wird das negative wie positive Werbepotential von Blogs im Netz und aus den Social-Networking-Seiten seitens der Industrie inzwischen sehr hoch eingeschätzt. In den USA verdienen eine zunehmende Anzahl von Blogger ihren Lebensunterhalt allein durch die Online-Werbung auf ihren Journalen und viele Unternehmen sind dazu übergegangen eigene kommerzielle Blogs zu publizieren, beispielsweise in der Game-Industrie, wo neben Screen-shots, aktuelle Informationen über Neuentwicklungen und User-Skripte geboten werden. In vielen Sexblogs wird inzwischen kommerzielle Werbung zwischen den Einträgen im Lauftext geschaltet. Bei „Fleshbot” schalten auf den Archivseiten Sex Search.com und Playboy ihre Anzeigen und die Webseite www.eroticlick.net wirbt mit einer Cameinstellung am Ende der Blockzeile Im Sommer 2006 bot Fleshboat zum wiederholten Male, diesmal zusammen mit Vivid.alt, einen “So You Want To Be A Porn Star”-Contest an. Das Cam-Portal livejasmin.com schaltet ebenfalls Werbung, bzw. kooperiert mit verschiedenen Blogs wie Sexblo.gs.com.